[Alug] Geräuschsituation bei den Mittwochstreffen
Dr. Fabian Kiendl
fabian at physicist.de
Don Jun 3 16:14:35 CEST 2010
Lirum larum Löffelstiel,
junge Leute reden viel.
Sie reden viel und reden laut.
Die Lunge wird durch Qualm versaut.
Dieser schwer erträgliche Schüttelreim kennzeichnet ganz treffend die
Atmosphäre, die wir immer wieder bei unseren Mittwochstreffs vorfinden.
Sicher, die Vielharmonie gibt sich viel Mühe, Harmonie zu schaffen.
Trotz des großen Andrangs waren gestern die festen und flüssigen
Kalorienbomben, nach denen mein nach dem Besuch im Fitnessstudio im
Zeitraffer laufender Stoffwechsel verlangte, turboschnell auf dem Tisch.
Auch das WLAN funktionierte durch. Aber wenn immer mehr Gäste kommen,
sind die physikalisch gesehen inkohärente Schallquellen - keine Chance,
dass die sich gegenseitig auslöschen, ihre Intensitäten addieren sich.
Und wenn der Löwenanteil der Gäste Musik braucht, dann gibt es Musik.
Gegen 23 Uhr hätte man für Unterhaltungen auf IRC umsteigen müssen,
Dennis und textshell hatten aber kein Gerät dabei - also zahlen und raus
auf die leisere Pontstraße.
Vom FeD e.V. (https://fedev.eu/) und seinem kleinen Hackerspace in der
Lothringer Str. 74, der hauptsächlich vom ebenfalls noch jungen Chaos
Computer Club Aachen genutzt wird, habt ihr vielleicht schon mal was
gehört. Es wäre zu überlegen, ob man sich dort mittelfristig
eingemeindet, d.h. alle jeweils in beiden Vereinen Mitglied werden und
wir, wenn wir uns ein entsprechendes Vertrauen erarbeitet haben, dort
eigenständig unsere Treffen abhalten.
Das ist jetzt natürlich mehr als nur ein simpler Ortswechsel. Das Leben
in einem Hackerspace ist anders als das Leben in einer Kneipe. Getränke
gibt's preiswert aus dem Kühlschrank. Die Auswahl ist nicht so groß wie
in einer Kneipe, dafür gibt es das Hacker-Kultgetränk Club-Mate. Essen
kommt nicht aus der Küche vor Ort, sondern von diversen Bringdiensten.
Auch räumt nach dem Treffen kein Kellner und keine Putzkolonne hinter
einem her. Man muss schon ein Mindestmaß an Disziplin mitbringen, um a)
nichts kaputtzumachen, b) nach Gebrauch den Raum ordnungsgemäß zu
hinterlassen - GANZ wichtig! -, c) ab und zu auch mal für allfällige
Aufgaben eine Hand zu leihen und d) Mitgliedsbeiträge zu zahlen. Dafür
kann man während einer interessanten Diskussion über obskure
Apache-Einstellungen die Musik leiser drehen und sich konzentrieren,
ohne dass einem von nebenan "Schön, dass du geboooren bist, wir hätten
dich sonst sehr vermisst..." in die Parade fährt. Und IPv6 haben wir auch.
Denkt mal drüber nach oder macht euch einfach bei einem der nächsten
wöchentlichen öffentlichen Treffen (Dienstags ab 20 h) in besagtem
Hackerspace mal ein Bild. Es wird bei diesen Treffen zwar manchmal auch
etwas voller, der Geräuschpegel liegt aber schon um einige dB unter dem
Niveau, mit dem wir derzeit leben müssen. Wenn die Chemie stimmt und wir
glaubhaft machen können, dass wir mit dem Raum vernünftig umgehen, haben
irgendwann alle oder die meisten von uns einen elektronischen Schlüssel.
Der erste, der Mittwochs abends kommt, macht auf, der letzte, der in der
Nacht zu Donnerstag die Segel streicht, macht zu.
Bis demnächst beim FeD, ansonsten Vielharmonie-Tisch draußen ergattern
Fabian